Montag – Freitag 13.10. – 17.10.2014 :
Am Montag, war eine Versammlung aller Mitglieder von Inti
K’Anchay anberaumt, weshalb ich auch nicht arbeiten brauchte. Anstelle dessen
musste ich früh um halb 9 im Oficina Central sein, was 15 Kilometer von meinem Haus
entfernt ist. Hieß also für mich sehr sehr früh aufstehen. Dort wurde über
die Probleme der Kinder und die Lösung derer diskutiert. Am Nachmittag hohlte
ich dann 4 Kilo Wäsche ab und schleppte mich damit nach Hause. Am Abend wollte
ich auch noch was schönes machen, ging also mit Valeria ins Cocafe Arte, wo ich
mit Lisa schon war um mich mit José zu treffen. Am Dienstag, sah ich dann auf
der Arbeit in IK (Inti K’Anchay) einen Kolibri. Das sind echt wunderschöne
Tiere und es gibt hier öfter mal welche anzusehen. An dem tag wurde mir einiges
sehr deutlich bewusst: „Jeden tag riecht man hier so viele Gerüche, aber
wirklich wenige davon sind wirklich angenehm.“ Das ist auf der Straße
leider wirklich so, da der Müll ja immer irgendwohin geschmissen wird und nicht
in Mülleimer. Am Mittwoch morgen saß ich im Truffi vorne links und während
wir im Stau standen, fuhr ein anderes Auto einfach den Spiegel vom Truffi ab,
was natürlich einen riesen Aufruhr hervorrief, und ich mittendrin. Sehr
amüsant. An diesem Tag erhiehlt ich die Information, dass ich in Zukunft nur
noch in Coyera, dem Straßenprojekt arbeiten werde. Am Donnerstag bekam ich frei um
endlich mal mein Visum zu machen. In der Migracion sagten sie mir dann, dass
ich eine Strafe (Multa) von 2110 Bs. Bezahlen muss, was mehr als 200€
entspricht. Nach meiner Arbeit bei Coyera saß ich dann noch bis abends halb 7 bei
der Migracion und musste mindestens 5 Schreibtische besuchen eh ich fertig war.
Am Freitag gab es dann im Oficina central nachmittags noch eine Einheit zu
„Salud“, was im groben aus einer Art abgespecktem „Erste Hilfe Kurs“ bestand.
Danach ging dann das feiern los. Maria und ich haben dann beim Karaoke-Teil
auch „Marmor, Stein und Eisen bricht“ gesungen, sehr zur Belustigung aller
beteiligten.
Samstag und Sonntag 19.10. + 20.10.2014
Abends durfte ich meine Kochkünste unter Beweis stellen und kochte
bei Valeria Bratklößchen(Boulette) mit Kartoffelbrei. Danach fragte ich meine
Mutter direkt mal nach dem richtigen Rezept dafür, denn obwohl sie sehr gut schmeckten,
waren sie dann doch nicht so gut, wie zu Hause.
Am Sonntag, habe ich dann mal wieder mit meinen Eltern geskypt,
wobei ich Valeria vorgestellt habe, was sich für mich als sehr lustig erwies,
da ich eine Stunde lang den Übersetzer spielen durfte. Bei einigen Sachen
verstanden meine Eltern und sie sich direkt super gut, dann wenn es um mich und
meine Fehler ging…
Montag – Freitag 20.10. – 24.10.2014
Am Montag war mein erster Tag den ich komplett in Coyera arbeitete
und ich musste gleich mal bis um 6 arbeiten, holte direkt im Anschluss aber
mein Visum ab, was so aussieht.
Ab diesem Tag an, arbeitete ich nur noch in Coyera, also
tagtäglich von 9-17 Uhr mit Straßenkindern.
Der Dienstag war das Highlight der Woche, denn es ging den Tag
über ins Schwimmbad, mit den Straßenkindern. Es hat einen riesen Spaß gemacht
und war genial, denn das Wasser kam direkt aus einem Vulkan und es war bewölkt,
sodass die Sonne nicht ganz so sehr schien. Das Schwimmbad liegt mitten in den
Bergen und bietet eine herrliche Aussicht.
Am Mittwoch ging es Frühs gleich mit einer riesen Erfahrung los. 4
Mann hatten mehrere Gruppen von Straßenkindern, insgesamt 30. War aber echt
toll zu sehen, wie alle beim Fußballspeielen zusammenwirken und die
unterschiedlichen Gruppen kaum noch eine Rolle spielen. Am Nachmittag habe ich
dann während einer Visita ein Bett notdürftig repariert, was echt Spaß macht,
war schön mal wieder einen Nagel in Holz schlagen zu können. Am Abend ging es
dann in den Kinofilm „Lucy“ der echt interessant war. Es ging um die
Hirnleistung des Menschen und was wohl passiert, wenn ein Mensch 100% seines
Hirns nutzt. Die Antwort war recht simpel: ER ist Gott! Der nächste Tag begann
leider sehr, sehr früh, da wir theoretisch mit einer Gruppe in Quillaquollo
arbeiten wollten und diese immer sehr früh verschwindet, also musste ich Frühs
um 7.30 im 20 Kilometer entfernten Qillaquollo sein. Ich stand 5:30 Uhr auf… Am
Ende war die Gruppe schon weg, da es regnete! Ich war mega angepisst, diesen
morgen, was vielleicht für dein ein oder anderen auch verständlich ist.
Allerdings war die Arbeit um halb 3 auch schon wieder aus, da der Abschied von
Simone, einem italienischen Freiwilligen, anstand. Wir aßen Fideos Uchu. Sowas
habe ich noch nie gesehen! Es war ein riesiger Nudeltopf mit allem möglichen
Fleisch. Ein Topf reicht für 4 Personen. Nebenbei trank man fröhlich Chicha, so
dass ich um 5 mich verabschiedete um eine kleine Pause vom Trinken machen zu
können. Am Abend ging es dann fröhlich weiter, wobei alle schon einen sitzen
hatten. In der Bar kam dann auch Juan dazu, der an diesem Tag aus Deutschland
wiedergekehrt war. Am Folgetag, waren die meisten sehr platt bei der Arbeit.
Mich rettete am Nachmittag die Reunion der Freiwilligen, wo man sich auch ruhig
verhalten kann ohne, dass es jemandem besonders auffällt.
Samstag und Sonntag 25.10. + 26.10.2014
Am Samstag ging es dann gleich weiter, denn Mirko hatte
Geburtstag, dadurch war man um 4 schon wieder in der Kneipe anwesend. Mit den
Leuten hier ist es immer mega lustig und so auch diesen Tag, denn Mirko fing
mit einem guten Freund von ihm an wie der Teufel auf der Panflöte bolivianische
Lieder zu spielen und brachte die Stimmung damit zum Kochen, alle sangen,
klatschten und trommelten mit. Einen Tag später machte ich mit der Hilfe von
Valeria meine Papiere für Segip, was heißt für meinen bolivianischen Ausweis.
Dieses war ein eher ruhiges Wochenende.
Montag – Freitag 27.10. -31.10.2014
In der Woche passierte eigentlich nichts Außergewöhnliches.
Ich arbeitete in Coyera die ganze Zeit und gewöhnte mich mit jedem Tag mehr an
die Arbeit. Die Woche war sehr sehr anstrengend und ich lernte, dass Basecap
und Sonnencreme unverzichtbare Utensilien bei der Straßenarbeit sind. Am
Freitag durfte ich zum ersten Mal die Bilder der Woche sortieren. Am Freitagabend
traf ich mich noch mit ein paar anderen Freiwilligen meiner
Franziskaner-Organisation, die über das Wochenende in Cochabamba waren. Wir
aßen Hühnchen, so wie eigentlich immer hier. Mich freute es riesig, dass ich
Hanna und Sarah mal wiedersehen konnte.



