Samstag + Sonntag 20. Und 21.9.2014
Samstag früh um 9 musste ich wieder bei der Arbeit sein, was
mich echt ankotz. Vor allem wenn man den Abend vorher noch ein zwei Bier trinkt
und sich da schon um 10 verabschieden muss, da man ja samstags arbeitet. Naja
umso besser, dass die Arbeit, Fußballspielen mit den Kindern heißt. Danach
durfte ich dann meine Wäsche noch aus der Wäscherei abholen, da ich keine
Waschmaschine habe und ich keine Lust habe meine Wäsche Stück für Stück mit der
Hand zu waschen. Lisa und Maria sind hier ständig am wachen und naja manchmal
schaffen sie es sogar einige Teile kaputt zu schrubben. Am Abend ging es dann
mit Valeria, meiner Freundin, und noch vielen anderen zu einer Freiluftfete,
die leider nach einigen Stunden auch schon wieder buchstäblich ins Wasser fiel,
Pech gehabt. Mich erstaunt es auch immer wieder, wie oft es hier regnet, ich
dachte immer Cochabamba kennt keinen Regen, aber das war echt ne Fehlannahme.
Sonntag war dann der Tag des Frühlingsanfang und der
Freundschaft und der Liebe, zu dem ich aber nichts Besonderes tat außer mein
Zimmer mal ausgiebig zu putzen und am Abend zur Messe zu gehen und zur Feier
des Tages mit Valeria auch Essen, wobei das hier etwas anders ausfällt als in
Deutschland… Romantik gibt es hier nicht.
Montag – Sonntag 22.9. – 28.9.2014
Diese Woche war meine erste komplette Arbeitswoche und
machte mir auch große Freude. Besonderes in der Woche gab es eigentlich kaum.
Außer, dass ich am Donnerstag zum ersten Mal live Bloqueos miterleben durfte,
was nicht sehr erfreulich ist. Ich war dann einfach mit David, dem Bruder von
Juan, der auch hier lebt, frühstücken und kam mit „nur“ einer Stunde Verspätung
dann doch noch auf meiner Arbeit an, anstatt, wie es Bolivianer so machen, zu
Hause zu bleiben. Am Nachmittag durfte ich dann im Projekt Coyera mit nach
Qillacollo zu einem Hogar. Dies ist eine Art Erholungszentrum für kranke
Personen, die auf der Straße leben. Das ist sehr interessant und ich fand es
super spannend. Am Freitag versuchte ich es am Nachmittag zum ersten Mal bei
der Migracion und war schon guter Hoffnung, dass ich doch endlich mal mein
Visum bekomme, aber tief im Inneren wusste ich schon, dass das wohl doch nichts
wird. Also wieder 5 weitere Wege die ich erledigen musste.
Am Wochenende passierte nichts aufregendes, außer, dass
wieder Großputz anstand und ich halt wieder samstags arbeiten musste.
Montag 29.9. – Freitag 3.10.2014
Montag ging es gleich mal los… Ich musste mich um meine
Papiere für mein Visum kümmern, was mir da sehr gelegen kam, dass Willy, der so
eine Art Sekretär ist, in meinem Projekt aufkreuzte, sodass ich im meine
Bedürfnisse gleich mal schildern konnte. Am Mittwoch gab es wieder Bloqueos. Die
Straße ist dann einfach dicht, es stehen auf einer riesigen Straße einfach
hunderte Truffis und man kommt nur zu Fuß durch. Da die Truffis alle die Straße
blockieren, kommt man auch noch nicht mal adäquat zu der Straßensperre hin,
sondern muss am frühen Morgen 6 Kilometer laufen.
Es meinten zwar alle man wird
hier dick, aber wenn das so weiter geht, glaube ich das einfach nicht! Richtig
scheiße an dem Tag war, dass meiner Freundin in der großen Haupteinkaufsstraße
die Tasche geklaut wurde, aus einem Truffi heraus. Ich saß direkt daneben, und
das ist ein Erlebnis, das vergisst man nicht. In Zukunft werde ich echt sehr
vorsichtig sein, es ist halt doch nicht Deutschland. Hinzukam, dass ich dadurch
zum 4. Mal zu FELC-C durfte, der Kriminalpolizei, von der ich zuvor auch einige
Papiere gebraucht hatte, für mein Visum. Ich mag diesen Ort einfach nicht!
Mittwoch dann eine Visita bei einer Familie, für die ich vorher,
das Essen kaufen durfte. Besuche bei Familien, die nicht mehr auf der Straße
leben, gehören auch zu meiner Arbeit.
Am
Donnerstag ging es dann wieder in den Hogar nach Quillacollo und diesmal
spielten wir Fußball und machten eine Aktivität zum Thema, „Wer bin ich?“. Danach
verabschiedete ich Valeria noch, die für 3 Tage eine Tour quer durch die Pampa
machte, was eine ihrer Prüfungen ist, die bestanden ist, wenn man überlebt. Es
klingt total kurios und so etwas gibt es wohl in Deutschland nicht.
Am Freitag dem 3.10., dem Tag der deutschen Einheit, war ich
am Vormittag mit den Nerven völlig am Ende. Alle aus Coyera, hatten mich so
richtig auf den Arm genommen, sie meinten den ganzen Vormittag: „Leander du musst
nachher einen Vortrag auf Spanisch halten vor 200 Leuten und hier sind die
Zettel die du können musst.“ Daraufhin drückten sie mir um die 40 A4 Seiten in
die Hand und gingen weiter ihrer Arbeit nach. Am Ende erfuhr ich auch, was das
eigentlich sollte, denn alle auch aus dem Projekt Inti K’Anchay machten
Plakate. Am Nachmittag präsentierten viele soziale Organisationen Cochabambas
ihre Arbeit und ich war direkt am Stand und durfte auch ab und zu mit den
Passanten über die Fundacion Estrellas en la Calle sprechen. Ich war so stolz
auf mich, dass ich dort Inhalt rüberbringen konnte und die Leute mich sogar
verstanden haben. Nachdem ich dort fertig war ging es dann nur noch nach Hause
und ins Bett.
Samstag und Sonntag 4. und 5.10.2014
Samstag ging ich richtig fit und ausgeschlafen zur Arbeit
und wurde dort überrascht, denn es gibt seit diesem Samstag immer 3 Studenten,
die mit den Kindern Aktivitäten manche, die immer etwas vermitteln sollen, wie
z.B. Zusammenhalt oder andere Werte. Ja und ich darf immer voll mitmachen. Nach
dem Frühstück geht es dann immer auf die Cancha (Fußballfeld) zum Spielen. Am
Abend ging ich dann noch mit Lisa und Annika in eine Bar um zur Feier des
Tages, den billigsten CaiPirinha meines Lebens zu trinken, der aber keineswegs
der schlechteste war. Da die beiden noch nie Cacho gespielt hatten ging e
danach noch in eine Bar um ein paar Runden Cacho zu spielen und als krönenden
Abschluss sich ein Bier zu teilen.
Sonntag war dann eher ruhig und ich hab mich mal entspannt.
Am Abend kam Valeria von ihrer 3-Tage Reise zurück und wir trafen uns in der
Messe. Danach ging es mit der Mutter noch etwas essen und dann nach Hause.
Montag – Freitag 6.10. – 10.10.2014
Am Montag früh war ich zum 2. Mal in der Migracion, ein
weiteres Mal erfolglos… Danach gab es eigentlich eine Reunion im Oficina zu der
ich dazu stoßen sollte, bloß war im Oficina niemand, bzw. niemand öffnete mir,
weshalb ich kurzerhand beschloss mit den Leuten von Coyera in der Stadt Mittag
zu Essen. Danach dann wieder Arbeit mit Straßenkindern. Wobei ich erlebte, wie
man hier „Grünflächen“, die eigentlich braun sind, wässert. Es ähnelt der
Eröffnung eines öffentlichen Schwimmbades. Man gießt einfach Tonnen von Wasser
auf die harte Erde und hofft, dass irgendwann doch mal etwas wachsen möge.
Ansonsten war es wieder mal Arbeit die tagtäglich anstand. Am Donnerstag ging
es nach der Arbeit mit allen Beteiligten ein Pique Gaucho essen… Soooooo
lecker, allein deswegen würde es sich schon lohnen mich zu besuchen. Danach
noch in die Stammbar, da das gesamte Wochenende kein Alkohol ausgeschenkt oder
erkauft wird, was ich einen Tag später, sehr belustigt, im Supermarkt
feststellte. Die gesamte Alkoholabteilung war abgesperrt. WARUM? Dazu gleich.
Freitag hatte ich übrigens Jubiläum: 2 Monate in Cochabamba!!!!
Samstag + Sonntag 11. Und 12.10.2014
Mehr dazu im nächsten Eintrag. Naja und ich hatte dadurch endlich
Zeit meinen Blog weiter zu schreiben und ihn hochzuladen. Viele liebe Grüße an
alle die ihn lesen, über Privatnachrichten, falls Fragen sind oder ihr einfach
was persönlicheres hören wollt, freue ich mich natürlich sehr.



