Montag – Freitag 8.9. – 12.9.2014 :
Am
Montag ging es dann mit den Visitas weiter… Inti K’Anchay. Inti K’Anchay ist
eines der beiden Präventionsprojekte meiner Organisation. Da ich mit den beiden
Geschwistern von Juan dort hinfuhr kam ich gleich mal 10 Minuten zu spät, was
aber kein Problem darstellte. Ich fing bei der älteren Gruppe, den
Adolescentes, an. Dort gab es eine Stunde lang ein recht einseitiges Gespräch
über ein Kapitel aus dem Matthäusevangelium. Die Kinder waren eher mäßig
begeistert und Angel, der Gruppenleiter stellte immer wieder Fragen auf die es
als Antwort manchmal Schweigen gab… Auf Nachfrage wussten sie es, aber
Initiative ergreifen wollten sie nicht. Um 10 gab es dann Frühstück und danach
werden Hausaufgaben gemacht, auf dem Hof wird Fußballgespielt oder man
unterhält sich einfach nur. So gegen 12 gibt es immer Mittag und theoretisch
habe ich um 1 Schluss… naja eh alle Kinder und Jugendlichen mit ihren Aufgaben
fertig sind, die sie zugeteilt bekommen wird es auch mal halb 2. Den Tag fand
ich eher nicht so spannend, da ich nicht wirklich helfen konnte, es gab keine
Hausaufgaben und die ganze Zeit dasitzen und reden fand ich nicht so toll. Am
nächsten Tag den Dienstag, waren für mich die Kinder dran. Sie hatten mich am
Vortrag schon gefragt, hey „Joven“ bist du bei uns oder bei den Jugendlichen,
bitte komm zu uns… Jetzt war es soweit. Der Tag begann wieder um 9 mit einer
Stunde die eine thematische Einheit durchgeführt wird. Danach gab es wieder
Frühstück was wieder aus Tee und einem trockenen Brötchen bestand, allerdings keine
deutschen Brötchen, nein bolivianische Brötchen. Sogar wenn sie frisch sind,
sind sie trocken.
Danach gab es für alle Mitarbeiter Reunión, was für die
Freiwilligen heißt alleine arbeiten. Ich war also mit Lucie, einer Freiwilligen
aus Frankreich alleine um auf die Kinder aufzupassen. Um 12 gab es wieder
Mittagessen und es wird immer ein Kind bestimmt, welches das Gebet halten muss.
Um kurz nach 1 war meine Arbeit dann getan und ich konnte mich wieder meinem
Visum widmen.
Der Tag war, das muss ich sagen, echt cool und hat Spaß gemacht.
Am Mittwoch war ich dann das letzte Mal in Inti K’Anchay unterwegs und noch
einmal mit den Jugendlichen, was diesmal eher interessant ausfiel. Nach den 3
Tagen Visitas im Projekt hatte es mich noch nicht ganz zu 100% überzeugen
können und ich dachte mir nur so, Mensch nur Coyera wäre schon der Hammer. Hier
ein paar Bilder vom Haus des Projektes. Außerdem von der Straße davor, die wie
echt viele Straßen Boliviens offen ist.
Am Donnerstag und Freitag war ich dann in Fenix, was für
mich erstmal ausschlafen hieß, wofür ich auch sehr dankbar war. Das ist schon
echt ein tolles Leben, wenn man bis um 9 schlafen kann und die Arbeit so
wirklich erst um 9:30 beginnt, da vorher kaum Kinder da sind. Ja das dachte ich
mir an dem Morgen auch noch, bis ich dann nachmittags um 5 entlassen wurde und
vollkommen fertig in mein Bett fiel. Danach stand eine Entscheidung für mich
fest, ich werde NIE Kindergärtner/Erzieher und ich habe riesen Respekt vor
allen die das machen. Es war wirklich anstrengend, den Kindern, die einfach
nicht hören wollten jedes Mal wieder eine Sache zu sagen. Zudem war es
Donnerstag, wo auch noch die Eltern da sind um Aktivitäten über z.B. Gesundheit
der Kinder zu machen. Somit war ich wieder mal alleine mit den Kindern,
allerdings kleiner und ich hatte das Gefühl auch frecher als in Inti K’Anchay.
Am Freitag war es dann ruhiger, viele Kinder kamen nicht und die Arbeit war am
Nachmittag auch schon vorbei, da alle Beteiligten eine Reunion, also eine
Versammlung hatten. Damit hatte ich dann meine Visitas beendet und war schon
mega gespannt auf das Gespräch mit Oscar über meine Einsatzorte.
Samstag + Sonntag 13. Und 14.9.2014
Am Samstag hatte Oscar abends ein Konzert, wo ich als
Mitglied der Fundacion, natürlich herzlich eingeladen war und das ließ ich mir
natürlich nicht entgehen. Dazu nahm ich dann auch gleich meine neue Freundin
mit. Ja es mag einige überraschen, aber ich habe hier eine feste Freundin. Das
Konzert war echt cool und es machte auch Spaß.
Sonntag früh ging es mir dann richtig dreckig, ich war
krank, und zwar so richtig. Flitzi! Das ist hier der Name dafür, wenn man
Durchfall hat und brechen muss. Ich glaube, dass es kein gutes Zeichen ist,
wenn der Körper auf zweierlei Arten versucht den Magen zu entleeren.
Die gute
Nachricht ins Krankenhaus musste ich nicht. Nachdem ich dann bis nachmittags
geschlafen hatte wollte ich abends noch in die Kirche, ersten gehe ich jeden
Sonntag in die Kirche und zweitens bietet mir das immer wieder die Chance meine
Freundin zu sehen, da sie auch katholisch ist. In der Messe ging es dann
richtig bergab, die Hälfte der Messe hab ich auf meiner Bank rumgelümmelt und
konnte kaum stehen, wodurch die Mutter meiner Freundin dann darauf bestand mit
mir in eine Apotheke zu fahren und mir Medikamente zu kaufen, die ich natürlich
einen Tag später auch bezahlt habe. Nachdem ich dann zuhause mir die Tabletten
reingepfiffen hatte legte ich mich sofort schlafen. Das war für mich der
glorreiche Tag von Cochabamba, der 14.9..
Montag – Freitag 15.9. – 19.9.2014
Montag war frei!!! Da einen Tag vorher groß gefeiert wurde,
gibt es dann den Montag auch mal frei, sowas wie blau machen, braucht man hier
nicht. Da meine Freundin mich gefragt hatte, ob ich mit ihr und ihrer Mutter
mit zu einem Ausflug kommen will, hatte ich also auch was Tolles vor. Es ging
zu einem See wo wir viele tolle Sachen erlebten. Trotz meinem eher
eingeschränkten spanisch, hörten wir kaum auf zu lachen über dies und jenes.
Am Dienstag ging es dann halb 3 ins Oficina um mit Oscar
über unsere Einsatzstelle zu sprechen. Da Oscar und Lisa noch nicht da waren,
bekam ich von Willy, der eine Art Sekretär ist, gleich mal einen Text zum
Übersetzten. Der Text musste vom Spanischen ins Deutsche übersetzt werden und
sollte in ein Video eingebaut werden, welches dann in Deutschland gezeigt wird.
Da viele aus der Fundacion nach Deutschland gereist sind und immer noch da sind
um unsere Arbeit und unsere Fundacion vorzustellen. Lisa kam dann zuerst mit
ihrem Gespräch dran und dann durfte ich mich mit Oscar unterhalten. Zuerst kam
die Frage wie haben dir denn die Visitas gefallen und da konnte ich ehrlich
antworten, dass sie echt schön waren. Dann hat er mich noch ein wenig über
meine Arbeitsmoral ausgequetscht und, was ich total toll fand, er meinte ich
wäre ein total fröhlicher und immer positiver Mensch und hätte immer ein
Lächeln im Gesicht. Nach dem Vorgeplänkel ging es dann ins eingemachte, er
wollte wissen, was denn die Aufgaben und Ziele der 3 Projekte sind. Coyera
konnte ich mit „Cambia la Vida de las personas en la calle“ (also das Leben der
Personen auf der Straße zu ändern) ganz gut zusammenfassen, bei Inti K’Anchay
stockte ich erst etwas und habe dann aber den Nagel auf den Kopf getroffen und
zwar mit der Aussage, die Kinder und Jugendlichen beschützen, nicht auf die
Straße abzurutschen. Daraufhin beglückwünschte er mich sogar und meinte du hast
den Kern der Sache wunderbar erfasst Leander. Fenix ist so ungefähr das
gleiche. Dann meinte er, da ich gesagt hatte, dass die Arbeit mit den
Straßenkindern mir doch am meisten gefalle, dass es wichtig ist ja, aber die Prävention
doch erheblich wichtiger sein kann und für ihn das Herz der Arbeit ist und das
werde ich wohl nicht vergessen, wie er das gesagt hat, denn ich bekam
letztendlich Inti K’Anchay und Coyera. Also hieß das für mich Mo-Sa von um 9
bis um 1 in Inti K’Anchay mit den Jugendlichen und Kindern in der Prävention
arbeiten und 4 Nachmittage der Woche bis um 5 mit den Menschen, die auf der
Straße leben. Nach diesem sehr interessanten Nachmittag, hatte ich mich am
Abend noch mit einem Ehemaligen verabredet um einfach ein wenig zu quatschen
und sich mal auszutauschen. Er ist hier um seine Freundin zu besuchen. Ja und
was machen Jungs so, sie essen und spielen dann FIFA. Ein sehr amüsanter Abend,
da man hier eine Art Geschäfte hat in die man reingehen kann um dort Spiele zu
spielen. Wenn man keine Lust mehr hat hört man auf bezahlt und geht wieder.
Sowas habe ich zuvor noch nie gesehen und man wird hier immer wieder
überrascht.
Am Mittwoch gab es dann eine Versammlung von allen
Freiwilligen unserer Organisation, was sehr lustig war, da alle aus
unterschiedlichen Ländern kommen, man sich aber auf Spanisch verständigt. Zuvor
hatte ich natürlich meinen ersten Arbeitstag im Projekt absolviert und es
stellte sich heraus, dass die anfängliche Einschätzung „eher langweilig“, so
überhaupt nicht zutrifft. Es machte mir riesenspaß und mittlerweile find ich es
einfach wunderbar in Inti K’Anchay zu arbeiten, ich bin hier also rundum
glücklich, auch wenn das samstags arbeiten etwas nervt.
Donnerstag und Freitag passierte nicht wirklich viel
auf der Arbeit nur, dass ich so langsam alle Kinder kennenlernte, wobei das mit
den Namen immer noch eine Herausforderung ist. In Coyera wechseln von Tag zu
Tag die Gruppen, sodass man gar keine Chance hat sich die Namen zu merken.
Freitagabend ging es dann mit allen die in Coyera arbeiten in eine Bar um ein
Feierabendbierchen zu trinken und Cacho zu spielen, das Kniffel ähnelt. Das ist
immer sehr lustig.




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