Dienstag 12.8.2014:
Nachdem ich um kurz vor 7 aufstehen musste um rechtzeitig
zur 12 km entfernten Sprachschule zu gelangen, haben Lisa und ich es geschafft
zum vereinbarten Treffpunkt zu spät zu kommen, da wir uns verlaufen hatten. Die
Chefin der Organisation war dennoch sehr freundlich und zeigte uns mit ihrem Auto
den Weg zur Schule und erklärte ihn auch sorgfältig. Nach einer Viertelstunde,
die uns der Chef, auf Spanisch erklärte worauf sie in der Schule alles Wert
legen ging es dann los. Nach 4 Stunden Spanisch hatten wir beide, da wir nichts
gefrühstückt hatten sehr viel Hunger. Auf dem Weg in die Stadt nutzten wir zum
ersten Mal ein Micro, ein sehr bunter Linienbus, der ähnlich wie die Truffis
funktioniert.
In der Stadt haben wir es schließlich geschafft uns ein
riesengroßes Hühnchen zu bestellen, leider kam es ohne Beilagen, was uns aber
in dem Moment nicht weiter störte. Zuhause angekommen, fand ich dann endlich
mal Zeit mit meinen Eltern zu skypen. Das war echt superschön, da ich sie seit
dem Abflug nicht gehört hatte. Als ich zurück kam, überraschte mich unsere
Katze mit einer freundlichen Botschaft unter meinem Bett, sehr zur Belustigung
der anderen wischte ich zum ersten Mal Katzenpisse unter meinem Bett weg. Ich
hoffe es war das letzte Mal… Die anderen dachten schon beinahe es wäre
Fruchtwasser, da die Katze gerade schwanger ist. Am Abend trafen wir uns noch
mit Rebecca und Michelle in der Stadt um etwas zu essen. Leider erwischten wir
auf dem Rückweg den falschen Truffi und fuhren zwar in Richtung Osten, wo wir
wohnen, aber leider viel zu nördlich in die Pampa. Wir wussten nicht, dass der
Truffi 212 zwei unterschiedliche Ziele anfährt, je nachdem welche Farbe die
Nummer hat. Und auch mal der Blick aus einem Truffi, wenn man neben dem Fahrer
sitzt.
Als
wir dann nach einem Abendspaziergang endlich zuhause angelangt waren, fiel ich
tot müde ins Bett.
Mittwoch 13.8.2014:
Am Morgen knüpfte ich an eine alte Familientradition an, ich
kam zu spät zur Schule. Nachdem ich durch meine Hausaufgaben abgelenkt war und
nicht auf den Weg geachtet habe, meinte Lisa plötzlich hier müssen wir raus.
Ich war in dem Moment auch noch felsenfest davon überzeugt, ehe ich dann doch
mal auf den Stadtplan geschaut habe. Nach 30 Minuten Gehen saßen wir dann doch
im Raum mit unserer Lehrerin.
Nach
dem wir wieder 4 Stunden spanisch mit unserer Professorin gesprochen hatten,
war der Hunger wieder groß und ich probierte ein „Completo“. En Completo ist
ein komplettes Mittagessen für nur 10 Bolivianos (1 Euro). Es beinhaltet eine
Vorsuppe und ein Hauptgericht mit Hühnchen. Am Abend kochten Lisa und ich das
erste Mal daheim, was eher kläglich ausfiel, da im Kühlschrank nur noch 2 Eier
zu finden waren, die auch noch essbar waren. Der Rest aus dem Kühlschrank,
außer Käse und Manjar, landete im Müll.
Donnerstag 14.8.2014:
Dies war hier mein erstes großes Fest hier und ich habe mit
jedem Tag mehr das Gefühl, dass ich dieses Land und diese Menschen hier
liebe!!! Natürlich sind nicht alle wohlgesonnen, aber diese Herzlichkeit der
Menschen ist echt toll.
Auf dem Bild oben seht ihr Juan, Heike und Nadir, eine
Freundin von Heike. Auf dem unteren Bild sind Lisa, Sarah, Heike und ich. Sarah
und Heike fliegen leider am Sonntag.
Freitag 15.8.2014:
Tag nach Urkupiña. Die Sprachschule war der Horror. Nach nur
6 Stunden Schlaf und einem tollen Fest mit viel Tanzen und Laufen und Springen
und Spaß in den Knochen, war es doppelt so schwer mit den Lehrern spanisch zu
kommunizieren. Aber auf dem Weg zur Schule bestätigte sich auf eine echt tolle
Art und Weise die Herzlichkeit der Menschen. Als eine Frau samt Kind und
riesiger Einkaufstüte in den Truffi einstieg. Setzte eine andere Frau das Kind
kurzentschlossen mit auf ihren Schoß, da kein Platz mehr im Truffi war. Nach
einiger Zeit, als ein paar Leute ausgestiegen waren, konnte die Mutter sich
hinsetzten und das Kind setzte sich auf ihren Schoß. So was habe ich in
Deutschland wirklich noch nie gesehen, denn die Frauen schienen einander nicht
zu kennen. Nach der Schule ging es nach einem Mittagessen in er Stadt nach
Hause, um zu schlafen. Am Abend stand dann noch ein Essen mit den
Verantwortlichen aus der Fundacion an. Wieder kam eine neue Art des Transportes
dazu, das fahren hinten auf einem Pick-Up. Kann ich als Abenteuer nur
empfehlen, aber man muss echt höllisch aufpassen, dass man nicht hinten runter
fällt, vor allem, wenn man schnell auf der Straße unterwegs ist. Videos dazu
zeige ich dann in Deutschland.
Ich lernte wieder viele Leute kennen und auch ein
bolivianisches Trinkspiel, das ähnlich wie Kniffel funktioniert und bei dem ich
prompt verlor, was darin endete, dass ich 2 Flaschen Bier bezahlen durfte. Man
spielt hier immer um Geld. Das Essen war superlecker und als einige in ihr Bier
Öl, Essig und Salz taten verwunderte mich das extrem und ich dachte schon, das
wäre irgendeine neue Art und Weise das Bier zu trinken. Aber, nein! Es sollte
bloß die Soße für das Essen werden und sie schmeckte erstaunlich gut. Hasta luego amigos!
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